Die Bilder in unserem Kopf

Das Mädchen im Park

Wir sitzen gemütlich zusammen beim politischen Filmabend. In der Doku geht es um die Frage, wie Revolutionen angestoßen werden können („How to start a revolution?“) und wie Bewegungen sich erfolgreich organisieren. Kaum ist der Film zu Ende, beginnt die Diskussion zwischen den Zuschauer*innen. Und schnell führen drei bis vier Menschen das Gespräch an, sie argumentieren sehr überzeugt. Sie scheinen ziemlich genau zu wissen, wovon sie reden, was richtig und falsch ist. Wer ein bisschen länger zum Nachdenken braucht, Zweifel hat oder sich nicht so lautstark an der Diskussion beteiligen kann, bleibt weiterhin Zuschauer*in oder verlässt irgendwann den Raum. Kommt euch eine solche Situation bekannt vor?

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Nach G20: Mein Gefühlskarussell und offene Fragen

Das Mädchen im Park

Ich sollte vielleicht einfach kein Radio mehr hören, keine Zeitung mehr lesen – von Twitter und Facebook ganz zu schweigen. Überall schreit mich die Berichterstattung über die Gipfelproteste in Hamburg an. Und ich bin überfordert, gleich aus mehreren Gründen: Persönliche Erlebnisse müssen irgendwie verarbeitet werden, gleichzeitig habe ich das Gefühl, mich politisch-strategisch positionieren zu müssen. Ich möchte meine Erlebnisse in einen Kontext stellen, der irgendeinen Sinn ergibt. Damit ich irgendwas mitnehmen kann, damit ich einen Punkt machen kann – und nicht auf meinem Frust, meiner Wut und meiner Traurigkeit sitzen bleibe.

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Fragen an eine Anarchistin

Das Mädchen im Park

Es war eine Premiere für mich. Ob sie gelungen war? Naja, ich würde sagen, es war noch Luft nach oben. Aber immerhin: Neben den Vertretern von DKP und Linkspartei hatte ich die Möglichkeit, meine Ideen von anarchistischer Organisierung darzustellen. In der Podiumsdiskussion zum Thema „Reform oder Revolution“ ging es um systemüberwindende Alternativen und Wege zum Sozialismus. Da konnte eine anarchistische Sichtweise auf jeden Fall nicht schaden. Auch wenn ich dabei vielleicht noch mehr gelernt habe als meine Zuhörer*innen…

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Eine Reise ohne Rückfahrschein

Es fühlte sich zwar an wie ein ausgiebiger Sommerurlaub, war aber doch viel mehr als das: Rund 500 Menschen kamen beim Anarchistischen Sommercamp in Niederösterreich zusammen, um ein Leben ohne Zwänge zu gestalten und gemeinsam die anarchistische Theorie mit solidarischer Praxis zu füllen.

Ich sitze auf einer Parkbank und schreibe Postkarten an meine Familie. Schließlich bin ich ja im „Sommerurlaub“ – wenn mensch es so nennen will. Doch ich merke, dass ich in den wenigen Sätzen kaum erklären kann, was ich hier gerade erlebe. Das Sommercamp kann so viele der Fragen beantworten, die ich mir immer wieder anhören muss: Wie soll das denn funktionieren ohne Staat und ohne Chef*innen? Würden Menschen wirklich freiwillig arbeiten? Und schlagen wir uns nicht alle irgendwann die Köpfer ein, wenn niemand für „Recht und Ordnung“ sorgt? Die anarchistische Theorie ist oft schwer zu vermitteln, denn sie erscheint in Anbetracht der grausamen Realität so utopisch. Und doch: Sie lässt sich in die Praxis umsetzen. Das Anarchistische Sommercamp hat nur einen weiteren Beweis dafür geliefert. Weiterlesen