Ein kurzer Sommer der Anarchie, oder wie meine Brüste zum ersten Mal das Sonnenlicht sahen

Mitte August trafen sich einige hundert Anarchist*innen für zehn Tage in Niederösterreich zum anarchistischen Sommercamp. Mein erstes Polit-Camp überhaupt.

Das A-Camp war zunächst ein Ort, an dem ich mich mit der Praxis einer anderen Gesellschaft beschäftigen wollte. Ich hoffte auf Menschen, die jede Herrschaft ablehnen und versuchen dies konkret und in Echtzeit umzusetzen. Meinetwegen eine Bubble, aber auch ein Versprechen, dass etwas anderes als der Status quo möglich ist.
Als feministische Herrschaftskritiker*in begegne ich in linken Kontexten meist einem Ja zum Anti-Sexismus. Dennoch ist es für alle gender nicht leicht, einfach mit dominantem Verhalten aufzuhören bzw. sich diesem nicht gewohnheitsmäßig zu fügen. Auch Privilegien verschwinden nicht einfach von heute auf morgen. Häufig ist mensch damit beschäftigt Comrades dauerhaft zu sensibilisieren. Manchmal halte ich die Schieflagen und Hierarchien aber auch einfach aus, denn es kann enorm viel Energie kosten, immer der „Erklärbär“ zu sein.
Auf dem A-Camp sind viele interessante Dinge für mich passiert. Aber das bedeutsamste war wohl die Diskussion, die um das männliche Privileg des nackten Oberkörpers entbrannt ist. Weiterlesen

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