22.9. Workshop: Solidarische Perspektiven entwickeln – Jenseits von Wahlen und Populismus

Kampagnenworkshop „Solidarische Perspektiven entwickeln – Jenseits von Wahlen und Populismus“ am 22. September um 18 Uhr im Philipp-Scheidemann-Haus, Raum 105!

Dieses Jahr stehen wieder Wahlen an. Allgegenwärtig wird klar gemacht, dass die Wahlen unser Leben verändern und verbessern würden, wenn Wir nur unsere Stimme abgäben.
Doch Wahlen sind nur eine abstrakte Form von Politik, die eine Mitbestimmung und Gestaltbarkeit simulieren. Die kapitalistischen Verhältnisse und das staatliche System als Ganzes stehen dabei nicht zur Wahl. Ein solidarisches Miteinander ist auf diese Art und Weise nicht möglich.
Angeblich gibt es keine realen Alternativen dazu. Doch Alternativen gibt es, wir müssen sie nur (wieder) wahrnehmen, erproben und erfahrbar machen! Wir müssen uns und andere aktiv einbeziehen!
Lasst uns deshalb auf diesem Workshop Ideen dazu entwickeln, uns selbstbestimmt und solidarisch zu organisieren. Wir wollen bestehende Ansätze gemeinsam mit euch diskutieren und auf ihre Verbreitung hinwirken.
Lasst uns unser Leben in die eigenen Hände nehmen!

Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen der Kasseler Veranstaltungsreihe zur Benennung autoritärer Verhältnisse „Bundestagswahl und Rechtsruck“ vom neuen neZz – Netzwerk rechte Zustände zerlegen. Im Rahmen der Kampagne gibt es bisher noch drei weitere Veranstaltungen:

7.9.: „Autoritärer Neoliberalismus und das Erstarken der Neuen Rechten“, 18 Uhr, Haus der Jugend, Mühlengasse 1, Raum 105

14.9.: „Antifeministische Angriffe auf Sexualpädagogik, Infoladen „…an der Halitstraße“, Holländische Str.88

5.10.: „Nach der Bundestagswahl: Konkrete Auswirkungen der Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien“ 20 Uhr, Philipp-Scheidemann-Haus

Unsere Veranstaltung ist zudem Teil der Kampagne „Solidarische Perspektiven entwickeln – Jenseits von Wahlen und Populismus“ der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen. Den Workshop halten Menschen der neuen Gruppe Lila  [F] aus Frankfurt am Main, sie reisen mit damit durch viele Städte im deutschsprachigen Raum, hier der Link zur  Workshop-Tour.
Den Aufruf zur FdA-Kampagne findet ihr unter der Bildergallerie:

 

AfD, Brexit, Erdogan, Trump – wir erleben einen Rechtsruck, der unsere Welt in ungeahnter Weise verändert. Vieles, was wir bislang für schlimm hielten, wird noch schlimmer werden. Manch eine*r denkt wahrscheinlich darüber nach, bei der nächsten Wahl vielleicht doch das Kreuzchen bei nicht-rechten Kandidat*innen zu setzen. Und ganz ehrlich: Was jede*r einzelne*r von uns in der konkreten Situation macht, machen wir ohnehin nur mit unserem eigenen Gewissen aus.

Aus Sicht organisierter Anarchist*innen lässt sich allerdings feststellen: Wenn wir ein politisches Konzept haben wollen, auf dessen Grundlage sich antiautoritäre Kräfte den populistischen, rechten und faschistischen Bestrebungen entgegensetzen wollen, dann kann dieses nicht auf der Abgabe der eigenen Stimme beruhen. Stattdessen muss sich dieses Konzept außerhalb der Parlamente manifestieren. In Worten und Taten.

Tatsächlich sind die Wahlen im “Megawahljahr” 2017 für unsere Überlegungen nicht von zentraler Bedeutung. Warum wir das Thema dennoch zum Anlass nehmen, diese Kampagne zu starten, hat mit der noch immer in weiten Teilen der Bevölkerung verankerten Wahrnehmung zu tun, wonach Wahlen den zentralen Bestandteil der eigenen Meinungsäußerung und Einflussnahme im hiesigen System darstellen. Solange Wahlen über eine derartige Legitimation verfügen, solange wird es von anarchistischer Seite auch Kampagnen gegen dieses Spektakel geben.

Aber: Was das soll das alles bringen – Wahlboykott, Ungültigwählen, Nicht-Wählen? Wir sind ja nicht in Argentinien, wo im Angesicht des staatlich verordneten Wahlzwangs ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung die Wahl mit leeren Wahlzetteln zur Fundamentalkritik am System nutzte, oder in den USA, wo das System bei konstanten Wahlbeteiligungen von um die 50 Prozent deutlich stärker delegitimiert ist als im deutschsprachigen Raum.

Wir möchten mit dieser Antiwahl-Kampagne den Fokus weniger auf die Wahlen, denn auf die aktuellen Verhältnisse lenken. Neben einer Kritik des Wahlsystems und der parlamentarischen Demokratie an sich, wollen wir insbesondere dazu arbeiten, wie wir wieder in die Offensive kommen. Der Kapitalismus ist seit einigen Jahren mal wieder in der Krise, doch die Linke ist in der Schockstarre und vermag daraus (fast) kein Kapital zu schlagen. Eigentlich sollten Ideen, die sich gegen den Ausverkauf des Planeten und der Wesen darauf richten, starken Aufwind haben. Der orthodoxe Marxismus hat abgedankt, anarchistische Ideen sind spürbar am Kommen. Selbst marxistische Kreise haben das verstanden und nähern sich in vielen Punkten libertären Positionen an.

Doch obgleich es einige Fortschritte gegeben hat, ist es uns als Anarchist*innen bislang nicht gelungen, das entstehende Vakuum im politischen Feld auszufüllen. In diesem Sinne möchten wir im Rahmen dieser Kampagne nicht nur versuchen, konkrete Praxen insbesondere gegen den Rechtsruck zu entwickeln, sondern auch versuchen, aus der Wohlfühlzone herauszutreten.

Wenn wir wirklich Leute in der Gesellschaft erreichen möchten, die nicht sowieso schon überzeugte Anarchist*innen, Antiautoritäre oder Linksradikale sind, dann müssen wir mit diesen auch in Kontakt treten. Und dafür müssen wir unser libertäres Iglu (unsere Szenen) verlassen und die Interaktion mit den anderen Menschen wagen. Auch, weil wir sie nicht den rechten Rattenfänger*innen überlassen wollen – mit ihren Pseudo-Lösungen und ihren menschenverachtenden Ideologien.

Die Antwort sehen wir in der Entwicklung solidarischer Perspektiven, die sowohl ideell unterfüttert, als auch real erfahrbar sein sollen.

Selbstorganisation statt Parlamentarismus!
Kooperation von unten statt Nationalismus und Populismus!
Solidarische Perspektiven entwickeln!

Click for an english version of the first text:

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Nach G20: Mein Gefühlskarussell und offene Fragen

Das Mädchen im Park

Ich sollte vielleicht einfach kein Radio mehr hören, keine Zeitung mehr lesen – von Twitter und Facebook ganz zu schweigen. Überall schreit mich die Berichterstattung über die Gipfelproteste in Hamburg an. Und ich bin überfordert, gleich aus mehreren Gründen: Persönliche Erlebnisse müssen irgendwie verarbeitet werden, gleichzeitig habe ich das Gefühl, mich politisch-strategisch positionieren zu müssen. Ich möchte meine Erlebnisse in einen Kontext stellen, der irgendeinen Sinn ergibt. Damit ich irgendwas mitnehmen kann, damit ich einen Punkt machen kann – und nicht auf meinem Frust, meiner Wut und meiner Traurigkeit sitzen bleibe.

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Solidarität mit der Hausbesetzung „Unsere Villa“ in Kassel

Wir, die Kasseler Gruppe Anarchistische Aktion und Organisierung  freuen uns über die Initiative von vielen Menschen aus Kassel die am 3. Juni einen neuen Freiraum geschaffen haben. Die ehemalige Villa Ruehl würde besetzt und ist jetzt Unsere Villa.

Die Universität Kassel hat das Gebäude über Jahre ungenutzt gelassen, gleichzeitig verliert kassel Freiräume. Die Stadt gehört nicht Behörden, Firmen und Institutionen sondern den Menschen die hier leben. In der Mönchebergstrasse 40 bis 42 können ab jetzt alle Menschen, die Interesse und Lust haben, einen selbstorganisierten Raum nutzen und mit Inhalten füllen. Kommt vorbei oder informiert euch im Netz. Wir von A & O solidarisieren uns mit diesem großartigen Engagement. Das Kassel hat gerade noch gefehlt ;-D

Black Friday #4: Zapatismo Actual – 19. Mai 20 Uhr Café DesAsta

Aktuelles aus der zapatistischen Bewegung
Vortrag und Diskussion mit einer ehemaligen Menschenrechtsbeobachterin und Luz Kerkeling für B.A.S.T.A. Münster

Freitag, 19. Mai um 20 Uhr im Café DesAsta, Arnold-Bode-Straße 6

Es ist nicht notwendig, die Welt zu erobern, es reicht, sie neu zu erschaffen. Heute. Durch uns.

1994 erkämpften sich die Zapatist@s, eine Bevölkerungsgruppe im südmexikanischen Bundesland, ihre Ländereien zurück, die ihnen zuvor u.a. durch das NAFTA-Abkommen zwischen Mexiko, USA und Kanada genommen worden sind. Seitdem haben die Zapatist@s eine basisdemokratische Struktur aufgebaut, in der sie fernab vom Staat ihr Leben organisieren. Sie haben autonome Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, Wohnräume und Arbeitsmöglichkeiten errichtet.
Weiterhin werden die Zapatist@s von den staatlichen Behörden nicht akzeptiert und werden von paramilitärischen Gruppen angegriffen. Dennoch gibt es weltweit Menschen,die mit den Zapatist@s solidarisch sind. Weiterlesen

Anarchie ist machbar, Frau Nachbar! Lesung „Anarchismus Hoch 3“ am 30. März

Anarchie ist machbar, Frau Nachbar!

Lesung mit Bernd Drücke
aus seinem Buch: „Anarchismus Hoch 3 – Utopie, Theorie, Praxis. Interviews und Gespräche“

Donnerstag, 30. März 2017, 20 Uhr, Infoladen „…an der Halitstraße“, Holländische Straße 88, Kassel

Wie auch bei den Vorgängern ›ja! Anarchismus‹ und ›Anarchismus Hoch 2‹ geht es in diesem Nachfolgeband darum, die übliche Diffamierung der Anarchie als Chaos und Terror durch die Portraits libertärer Persönlichkeiten zu widerlegen. Bernd Drücke will, wie ein Rezensent treffend schreibt, »dem ›Gespenst des Anarchismus‹ eine reale und optimistische Form verleihen«. Weiterlesen

Anarchistisches Café “…an der Halitstraße” am 2. Sonntag im Monat

Anarchistisches Café “…an der Halitstraße”
am zweiten Sonntag eines Monats von 15 bis 18 Uhr

Mit dem monatlichen A-Café wollen wir einen Ort für politischen Austausch schaffen: Aktivist*innen und Interessierte können sich hier austauschen und vernetzen, bestimmte Themen diskutieren oder gemeinsame Veranstaltungen planen.

Zudem wollen wir Aktionsmaterialien basteln, falls Ihr auch Lust habt, bringt Kram mit und wir werkeln gemeinsam!

Gerne könnt ihr auch einfach in unserem Infomaterial stöbern oder euch mit Broschüren, Stickern, Aufnähern und bedruckten T-Shirts eindecken. Sicher werden wir den Nachmittag auch praktisch nutzen, zum Beispiel um Banner zu malen, Patches aufzunähen oder Broschüren zu erstellen. Auch dazu seid ihr herzlich eingeladen! Gegen Spende gibt es Kaffee, Tee, Kaltgetränke und veganen Kuchen.
Bei Bedarf bieten wir übrigens auch Unterstützung und Beratung zu Themen wie Internetsicherheit und verschlüsselte Kommunikation an. Andere Angebote und Themenschwerpunkte des A-Cafés kündigen wir rechtzeitig auf unserer Homepage unter a-o-ks.org an. Wenn ihr Vorschläge oder Wünsche habt, schreibt uns gerne eine Mail!
Es ist auch eine gute Gelegenheit, in dem tollen Angebot an Büchern, Broschüren und Zeitschriften zu stöbern, die der Infoladen „… an der Halitstraße“ zu bieten hat. Ihr findet den Infoladen in der Holländischen Straße 88.

Die nächsten Cafés sind am  8. Oktober, 12. November & 10. Dezember!

Alles für alle, und zwar umsonst! Gib und Nimm-Tisch & Infotisch am 12. November

Liebe Menschen,

bereits zum fünften Mal organisieren wir einen Gib und Nimm-Tisch in der Kasseler Innenstadt, um die Ideen der solidarischen Ökonomie und gegenseitiger Hilfestellung zu verbreiten. Ihr findet uns am kommenden Samstag, 12. November, zwischen 13 bis 17 Uhr auf dem Platz Treppenstraße/Ecke Neue Fahrt.

Wie gewohnt mit dabei: Ein zweiter Tisch mit Flyern, Broschüren, Aufklebern zum Mitnehmen und anarchistischen Büchern zum Durchstöbern!

Warum etwas ändern?

Der Siegeszug des globalen Kapitalismus ist nach wie vor ungebremst. Diese Wirtschaftsordnung, die ausschließlich auf Konkurrenz und Ausbeutung beruht und einem unendlichen Wachstumszwang unterliegt, dominiert unser aller Leben. Weltweit sind fast alle Menschen von dem Zwang betroffen, ihre Zeit und ihre Energie zur Ware werden zu lassen und auf Arbeitsmärkten zu verkaufen, um Zugang zu einem menschenwürdigen Leben zu bekommen – und oft nicht einmal das. Dieser Zwang ist mittlerweile so grundlegend durchgesetzt und internalisiert, dass wir kaum noch auf die Idee kommen, dass es auch Alternativen dazu geben könnte. Weiterlesen